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Geschichte
Steinkohlenzeche am Piesberg

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Ruine des Haseschachtgebäudes vor 1985
Das Haseschachtgebäude ist wohl das beein-druckenste Bauwerk, den der Steinkohlebergbau am Piesberg hinterlassen hat. Als Schachtgebäude ist es in Deutschland einzigartig.

Es diente zur Unterbringung der Maschinenanlagen, die für den Betrieb einer Schachtanlage notwendig waren. Die repräsentativ gestaltete Rundbogen-architektur unterstreicht die Bedeutung des Steinkohlebergwerkes Piesberg, das um 1870 der größte Betrieb der Stadt Osnabrück war.


Die Ära des Tiefbaus

Mit der Abteufung des Haseschachtes im Jahre 1869 begann am Piesberg die Ära des Tiefbaus, um die Steinkohle auch aus den tiefer gelegenen Flözbereichen zu gewinnen.

Während der Teufarbeiten kam es immer wieder zu Wassereinbrüchen. 1875 konnten die Arbeiten am Schacht abgeschlossen werden. Das Haseschachtgebäude wurde 1871 fertig gestellt.

Über dem Schacht erhob sich ein Schachthaus (höchster Gebäudeteil) mit dem Fördergerüst und den darin laufenden Förderkörben. Eine Zwillingsdampfmaschine im westlichen Gebäudeteil, trieb die Seiltrommel für die Förderseile, die auf so genannten Seilscheiben geführt und unter dem Dach des Schachthauses auf das Seilscheibengerüst montiert waren. Die darunter hängenden Förderkörbe konnten damit herabgelassen bzw. heraufgezogen werden.

Probleme der Zeche und der weiterer Ausbau

Im mittleren Gebäudeteil stand eine Dampfmaschine, die mit einer Leistung von 80 PS die Wasserhaltung (das Heben der Grubenwasser aus den tiefen Grubenbauten) betrieb. Schon früh wurde deutlich, dass die Leistung für die immer größer werdende Menge an Grubenwässer nicht ausreichte.

Vergrößerung anzeigen - Wird in einem neuen Fenster angezeigt.Modell des Haseschachtgebäudes von 1875
1875 erweiterte man das Haseschachtgebäude nach Süden, um dort eine leistungsfähigere Wasserhaltungsmaschine aufzustellen. Im Museum zeigt ein Modell die Schachtanlage um 1875. Die Schwierigkeiten mit der Wasserhaltung und die nach 1873 sich verschlechternde Absatzlage führten dazu, dass die Stadt Osnabrück, seit 1568 im Besitz des Bergwerks, 1889 die Zeche mitsamt den dazugehörigen Steinbrüchen an den Georgs-Marien-Bergwerks und Hütten-Verein verkaufte.

Nach umfangreichen Investitionen ließ sich die Kohleförderung in den folgenden Jahren erheblich steigern. Massive Probleme bereitete allerdings der Wasserzufluss in der Grube. Er vermehrte sich 1897 derart, dass 45 m3 Grubenwasser in der Minute gehoben werden mussten. Die daraufhin eingeholten Gutachten, die Aussagen über eine wirtschaftliche Fortführung der Zeche treffen sollten, befürworteten die Aufrechterhaltung des Betriebes, legten aber eine bestimmte Fördermenge zugrunde, die in den nächsten Jahren einzuhalten sei.


Schließung der Zeche

Im gleichen Jahr wurde die Zeche bestreikt. Der Streik wurde vornehmlich von den katholischen Bergleuten geführt, die auf der Beibehaltung von sieben katholischen Feiertagen drängten. Da weder die Bergwerksleitung noch die Bergleute einlenkten, wurde die Zeche am 8. Juni 1898 geschlossen. Das Haseschachtgebäude ließ das Unternehmen 1906 zum Schlafhaus für ledige Steinbrucharbeiter umbauen.

Nachnutzung

Im zweiten Weltkrieg diente das Haseschachtgebäude als Kriegsgefangenlager, in dem unter anderen ab 1941 russische Kriegsgefangene des „russischen Arbeitskommando 3355 Piesberg“ untergebracht waren. Viele von ihnen fanden hier einen gewaltsamen Tod.

Nach 1945 brachte man im Gebäude schlesische Flüchtlinge unter, die bis in die 1960er Jahre hier lebten. Anschließend verfiel das Gebäude bis auf den westlichen Gebäudeteil, indem eine Trafo-Station untergebracht war.

1985 begannen die Restaurierungsarbeiten am Haseschachtgebäude, im Oktober 1994 wurde der erste Abschnitt des Museums Industriekultur Osnabrück darin eröffnet.




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