Dauerausstellung

Dauerausstellung in der ehemaligen Steinkohlenzeche am Piesberg

Wo vor 100 Jahren in der Steinkohlenzeche Piesberg die Bergleute in den Hasestollen eingefahren sind, um den "Schwarzen Diamant" abzubauen, da wird heute die Entwicklung OsnabrĂĽcks von der AckerbĂĽrgerstadt des 18. Jahrhunderts bis zum modernen Industrie- und Wirtschaftsstandort der Gegenwart gezeigt. Das 19. und 20. Jahrhundert sind die Schwerpunktthemen des Museums.

Haseschachtgebäude vor dem Bau des südlichen Bauteils, um 1873

Wechselnde Sonderausstellungen vertiefen den Einblick in Aspekte der regionalen Industriegeschichte.

In der neuen Dauerausstellung geht darum, den Besuchern den Zugang zu Geschichte und Gegenwart kreativ zu vermitteln. Interaktive Stationen, Spielfelder und neue, speziell fĂĽr junge Menschen konzipierte Ausstellungsmodule behandeln wichtige Aspekte von Arbeit und Leben im Industriezeitalter.

Zu Beginn der Ausstellung werden die Besucher mit der „Jetztzeit“ begrüßt. Eine große Projektionsfläche zeigt den Piesberg von oben. An markanten Gebäuden und Landschaftselementen öffnen sich beim Betreten Fotografien und Filme.

Bodenpräsentation. Foto: Jens Lintel

Dann geht die Erkundung an zwei großen Stahlregalen weiter. Die Technik des Bremsberges kann an einem Modell ausprobiert, Tiere hinter alten Mauern aufgespürt werden und bei einem Fledermaus-Spiel können Kinder wie Erwachsene ihr Wissen und ihre Geschicklichkeit testen. Für weiter führende Informationen gibt es zahlreiche „Info-Schubladen“.

Arbeit "unter Tage"

Auf der zweiten Ebene steht der Kohlenbergbau von den Anfängen bis hin zur Schließung im Vordergrund. Um zu begreifen, wie die Kohleflöze unter der Erde lagern, wie groß und weitverzweigt das Stollensystem überhaupt war, steht ein dreidimensionales Piesberg-Modell bereit.

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Durch einen herausziehbaren Glasblock wird in einem Ausschnitt das Stollensystems sichtbar. Der Besucher erfährt, wie die Kohle entstanden ist und dass dabei die sich über Millionen von Jahren veränderte Stellung der Kontinente, eine wichtige Rolle spielte.

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Mit einem gläsernen Fahrstuhl können die Besucher 30 Meter tief unter Tage einfahren und einen wieder freigelegten historischen Stollen auf 280 Metern durchwandern.

Ein weiter Themenkomplex ist der Steinabbau des Piesberger Karbonquarzits und seine Weiterverarbeitung. Kinder und Besucher werden anhand eines Puzzles verstehen, wie sich der Steinbruch am Piesberg entwickelte und welche Ausdehnung er erlangte.

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Wer Lust hat kann eine kleine Wanderung zum Steinbruch unternehmen. Es wartet eine bemerkenswerte Industriekulturlandschaft und der einzigartige canyonartige Steinbruch mit seinen europaweiten einmaligen geologischen Besonderheiten auf Sie. Der Piesberg gehört zum UNESCO Global Geopark TERRA.vita.

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Mythos Dampf

In dem noch zu überarbeitenden Teil der neuen Dauerausstellung wird schließlich das Thema Industrialisierung in und um Osnabrück im Mittelpunkt stehen. Die inhaltliche Gliederung erfolgt in „Naturabhängige Produktion in der Frühindustrialisierung“, „Dampfkraft und zentralisierte Produktion“ sowie „Strukturwandel von Wirtschaft und Gesellschaft“.

Auch hier werden spannende Exponate gezeigt und an vielen Stationen wird die Thematik mit allen Sinnen erfahrbar gemacht. Höhepunkte sind zwei Dampfmaschinen von 1849 und 1916, die in Bewegung gesetzt werden und über Transmissionsriemen historische Maschinen einer Metallwerkstatt antreiben.

Zwei Dampfmaschinen im Haseschachtgebäude des Museums. Foto: Heinz Hesse